Waschmaschinen Test 2011
Test Waschmaschinen 2011 im Oktober
Waschmaschinen: Sparsamkeit hat seine Folgen
Im Kampf der Hersteller von Waschmaschinen um jeden Kunden spielt nicht nur der Kaufpreis eine entschiedene Rolle. Aus Sicht des Umweltschutzes und der Senkung der laufenden Kosten achten immer mehr Verbraucher auch auf das EU-Energie-Label. Seit 2010 gibt es ein überarbeitetes Label, da moderne Maschinen immer energieeffizienter arbeiten. Das hat aber nicht nur seine Vorteil, sondern auch gewisse Nachteile. Die Stiftung Warentest hat im aktuellen Test für Oktober 2011 einige Unterschiede zu Ergebnissen der letzten Testreihen entdeckt.
Waschdauer: Nimm dir Zeit
Damit moderne Waschmaschinen möglichst wenig Wasser und Energie für eine Waschladung verbrauchen, wurden die Waschprogramme umfassend optimiert. Das geht in erster Linie zulasten der Waschdauer. Waren es beim letzten Test vor genau einem Jahr noch durchschnittlich 130 Minuten, beträgt die Zeit für einen Waschgang dieses Mal sogar rund 150 Minuten. Einige Hersteller wie beispielsweise LG weisen in der Beschreibung explizit darauf hin. Das ist bei dem koreanischen Hersteller auch durchaus angebracht, benötigte das getestete Modell LG F1480 doch statte 179 Minuten für eine Waschladung - einsamer Rekord bei der Stiftung Warentest.
Stark verkürzte Waschzeiten aufgrund geringer Beladungen konnten nicht verzeichnet werden. Zwar wurden halbe Waschladungen schneller fertig, das führt aber auch zu einem höheren Wasser- und Stromverbrauch. Der Verbrauch reduziert sich nämlich nicht proportional zur verringerten Beladung der Waschmaschine. Für ein möglichst energieeffizientes Waschen ist eine volle Maschine daher am sinnvollsten.
Waschtemperatur: Nicht heiß genug, aber sauber
Im Test wurde Wäsche sowohl auf 40° als auch auf 60 °Celsius gewaschen, und danach auf die Sauberkeit geprüft. Die meisten Modelle zeigten danach ein gutes Waschergebnis - auch wenn die Waschtemperatur bei fast allen Geräten nicht erreicht wurde. Besonders signifikant waren die Unterschiede bei der LG F1480. Im Waschprogramm bis 40° wurden hohe Werte von 44 bis 47 Grad gemessen, bei 60° Programm hingegen nur eine Temperatur von 41°. Ganz so gravierend waren die Differenzen bei den anderen Modellen nicht, durchschnittlich schwankten die Temperaturen zwischen 45 und 55 Grad.
Testsieger Waschmaschinen: Qualität "Made in Germany"
Auf den vorderen Plätzen konnten sich auch in diesem Jahr wieder Modelle renommierter Hersteller aus Deutschland platzieren. Ganz knapp an die Spitze setzte sich die Bosch WAS28433, die im Handel baugleich auch unter der Bezeichnung WM14S443 von Siemens vertrieben wird. Die Warentester konnten bei dieser Maschine keine nennenswerten Kritikpunkte nennen, sie wäscht gut bis sehr gut und arbeitet sehr zuverlässig. Ähnlich positiv fielen auch die Qualitätsurteile für die Miele W 1914 WPS und die Samsung WF10724 auf den folgenden Plätzen aus.
In Szene setzen konnte sich zudem die Blomberg WNF 74461 W20 - der Preis-/Leistungssieger des aktuellen Tests. Mit einem Kaufpreis von knapp 400 Euro gehört die Waschmaschine zu den günstigsten Modellen im Feld und musste sich nur den drei zuvor genannten Maschinen geschlagen geben.
Haier und Gorenje: Durchgefallen
16 Waschmaschinen wurden von der Stiftung Warentest auf Herz und Nieren geprüft. Erfreulich ist, dass die Warentester lediglich zwei Mal ein "Mangelhaft" verteilen mussten - die Maschinen versagten im Dauertest. Sowohl die Gorenje WA 72147 AL als auch die Haier HW70- B-1401 zeigten bei der Dauerbelastung Schwächen. Gleich zwei Geräte von Gorenje versagten aufgrund eines Motorschadens, bei Haier führte eine fehlerhafte Montage zu einem durchgescheuertem Abwasserschlauch. Die Waschmaschinen zeigten aber auch bei der vorhergegangenen Funktionsprüfung ihre Schwächen. Sowohl bei Waschen mit 40° als auch bei 60 °Celsius wurde die Wäsche nicht ausreichend sauber.
Interessant: Neue Energieklassen für Haushaltsgeräte und Fernseher
Wie eingangs erwähnt, hat die EU neue Energie-Label verordnet, die ab 2012 zwingend vorgeschrieben sind. Neu ist dann die Energieklasse A+++, die an besonders energieeffiziente Maschinen verliehen wird. Am Erscheinungsbild ändert sich hingegen nichts. Die rote Farbe zeichnet weiterhin Stromfresser aus, Grün steht auch in Zukunft für Modelle mit geringem Energieverbrauch.
